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23. September 2017 – Exkursionsbericht von Ernst B. Darnuzer

Bereits die Anfahrt durch die idyllische Landschaft und die schmucken Dörfer rund um Full/Reuenthal beeindruckte uns sehr. Wir wurden erwartet und unser Museumsführer zeigte uns zuerst den Weg auf die Abdeckung der Festung. Museumsführer? Klingt unglaublich verstaubt – wenn er allerdings selbst hunderte von Tagen in dieser Anlage als Offizier und später nun als Vereinsmitglied verbracht hat, so lässt das vermuten, was wir an diesem Tag immer wieder erfahren dürfen: ein Profi informiert uns und zeigt das äusserst interessante Werk. Neben seinem Wissen kennt er auch viele Anekdoten und macht damit vor unserem geistigen Auge fast das Tagewerk in der Festung wieder lebendig.

Oben auf der Anlage erhielten wir einen Einblick zu Planung, Bau, Einsatz und Verwendung über die Jahre seit 1938. Die Dicke der Betonwände der Geschütztürme von teilweise mehr als vier Metern liess uns staunen und liess die Spannung steigen, nun endlich das Innere erkunden zu dürfen.

Durch den speziell gesicherten Eingangsbereich erreichten wir den langen Tunnel und stiegen über steile Wendeltreppen in den ersten Geschützturm. Die Sammlung der verschiedenen dort eingesetzten Waffen und Geschütze zog uns in ihren Bann, ganz besonders auch die Erklärungen zum Tagesablauf, zu den einzelnen Chargen und Aufträgen und zu den Ziel- und Wirkungsräumen.

Mehrere spezielle Ausstellungen geben eindrücklich Auskunft über Bewaffnungen und Tenus aus dem 1. und 2. Weltkrieg oder über damals bewegende Themen.

Tiefer in der Festung zeigt sich, dass hier ein kleines autonomes Dorf unter dem Boden existiert. Diese Autonomie wird (auch) gewährleistet durch die notwendigen Vorräte, insbesondere an Wasser und Öl (für die beiden kräftigen Dieselmotoren als Notstromversorgung). Von der Waffenkammer über die Reparaturwerkstätte, das Munitionslager bis hin zur Arztpraxis mit Notoperationsstelle, den Unterkünften und sanitären Einrichtungen sowie der Kantine ist hier alles vorhanden. Letztere ist heute das Restaurant «Barbara», in dem die Gäste typische Menüs bestellen und sich verköstigen können.

Wir liessen diese Exkursion bei «Suppe mit Spatz» und angeregten Gesprächen ausklingen. Ein Besuch lohnt sich auch, wenn jemand wie ich diese Anlage schon einmal besichtigen durfte. Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.