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Martin Werlen | © Kloster Einsiedeln
Kloster | © einsiedeln-tourismus.ch

Trotz holperigem Start ein voller Erfolg

49 Freiämter mit der VHS Oberes Freiamt unterwegs nach Einsiedeln. Abfahrt gemäss Programm 11.00 ab Muri Feuerwehrdepot. 10.30  Anruf der Teilnehmer aus Merenschwand, Auto springt nicht an. Anruf 10.35 Teilnehmerin aus Basel – keine Züge von Lenzburg nach Muri. Nach vielerlei kurzfristigen Änderungen im «Einsammel-Plan» treffen wir schlussendlich verspätet, aber bester Dinge um 12.30 in Einsiedeln ein. Unterwegs Natur pur, verschneite Hügel (Fahrt über Hirzel/Schönenberg/Schindellegi/Biberbrugg) und angeregte Diskussionen im Bus. Schnelle Mahlzeit in Einsiedeln, Empfangnahme durch zwei Padres des Kloster, Führung ab 13.30 – und – oh Jubel: Wir werden der Gruppe Pater Martin Werlen zugeteilt, der uns mit trockenem Walliser Humor begrüsst. «Der Flecken Muri ist leer, die Bevölkerung befindet sich in Einsiedeln!»
Pater Martin führt uns fachkundig durch die heiligen Hallen des Kloster Einsiedeln. Die Geschichte des Klosters ist festgehalten in eindrücklichen und einmaligen Fotos der Äbte, der Padres, Auszubildenden und gemeinsamen Theater- und Musikaufführungen. Wir stellen fest dass sich die Padres (einige) sehr sportlich betätigen. Pater Werlen spricht kurz über einige prägnante Padres. Im zweiten Stock des Kloster befindet sich die Bibliothek. Pater Werlen erklärt uns ausserordentliche Werke. Einsiedeln verfügt über eine einmalige Sammlung an Werken zu religiösen, aber auch zu wissenschaftlichen Themen. Pater Werlen erklärt in sehr direkter Sprache den Wert der Sammlung, erläutert die Bedeutung der Werke nach Zeitperioden und liest einige super Interessante Stellen aus verschiedenen Büchern, u.a. von Luther.

Nach der Bibliothek besichtigen wir die Klosterkirche, Pater Werlen erläutert den Werdegang der opulenten Kirche, die Ausstattung (weniger Rosa wäre auch schon genug), die teilweise dreidimensionalen Gemälde. Die Maler haben sehr trickreich – visuell nur unter kundiger Führung einsehbar – menschliche Glieder aus Gips in die Gemälde eingebaut. Wir bestaunen die schwarze Madonna und versuchen die ungeheure Ansammlung an Pracht der Kirche zu verstehen, entdecken immer wieder Abbildungen in der grossen Kuppel, die uns erstaunen lassen. Nach ausführlicher Besichtigung der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kirche und nach Anweisung von Pater Werlen (vermeidet die Genickstarre!) – verschieben wir uns zum Multimediazentrum des Klosters, wo auch ein reichhaltig dotierter Laden untergebracht ist.

Wir geniessen den Film zur Geschichte des Klosters Einsiedeln, wir sehen die Padres in Ihrer täglichen Arbeit, sind überrascht über all die handwerklichen Fähigkeiten, (so viele Berufe unter einem Dach!), erkennen die künstlerischen Fähigkeiten der Äbte und Padres, erhalten Einblick in die Rituale der Aufnahme von neuen Padres sowie die Verabschiedung der Padres aus dem irdischen Leben. Das Kloster Einsiedeln lebt und bewegt, die Gemeinschaft der Padres ist vollzählig und wir erkennen viele jugendliche Gesichter.

Nach der Filmvorführung gesellt sich Pater Werlen wieder zu uns, er liest aus seinem Buch «Wo kämen wir hin?» Wir sind schlichtweg begeistert von dieser grossen Persönlichkeit. Wir sind beeindruckt von seinen Aussagen – auch kritischer Natur – zum Zustand der Katholischen Kirche, zur Zusammenarbeit mit Jesuiten, Reformierten usw. Pater Werlen outet sich als starker Supporter von Papst Franciskus.
Die Teilnehmer richten viele Fragen an Pater Werlen, es liegt einiges auf den Herzen. Alle Frage werden ausnahmslos, offen und transparent beantwortet, auch all die Fragen zum Thema der Frau in der Katholischen Kirche.

Wir verabschieden uns von Pater Werlen und verabreden uns mit Ihm für eine Lesung aus seinem nächsten Buch «Zu spät» (der Titel ist noch in Überarbeitung) für das zweite Quartal 2018 in Muri.